6x Nachgefragt bei Peter Adrian, Präsident des DIHK

Peter Adrian hat eine Lehre bei der Deutschen Bank absolviert, Volkswirtschaft an der Uni Trier studiert und schon als Student mit 23 Jahren sein erstes Unternehmen gegründet. Später baut er in Trier die TRIWO AG auf, die rund 220 Mitarbeitende beschäftigt und zu der heute 34 Tochtergesellschaften in den Bereichen Industrie- und Gewerbeparks, Kfz-Testcenter sowie Sonderflughäfen gehören. Adrian selbst besitzt sowohl eine deutsche als auch eine amerikanische Pilotenlizenz und war als Sachverständiger des Luftfahrbundesamtes an der Sanierung mehrerer Fluggesellschaften beteiligt. Der Unternehmer engagiert sich schon lange auch ehrenamtlich: So war er sieben Jahre Vizepräsident der IHK Trier, ehe er 2006 zum Präsidenten der Kammer gewählt wurde. Seit März dieses Jahres steht der 64-Jährige als Präsident des DIHK an der Spitze der Dachorganisation aller 79 Industrie- und Handelskammern in Deutschland.

Wollten Sie schon immer DIHK-Präsident werden?

Die Aufgabenstellung ist relativ unerwartet auf mich zugekommen – aber ich habe mich sehr darüber gefreut: Denn Ehrenamt hat etwas mit Ehre zu tun, aber auch mit Arbeit und Verantwortung. In der heutigen Zeit ist das Amt des DIHK-Präsidenten eine große Herausforderung, die mir aber durchaus Spaß macht.

Was war Ihr erster Berufswunsch?

Als Schüler habe ich einen kleinen Verlag gegründet, der heute noch existiert. Es hat mir riesigen Spaß gemacht, mich mit Literatur und verschiedensten Texten zu beschäftigen. Damals hätte ich mir gut vorstellen können, in Richtung Journalismus zu gehen. Nach dem Abitur wollte ich dann zunächst eigentlich Theologie und Soziologie studieren. Aber dann habe ich mich doch für eine Banklehre und ein VWL-Studium entschieden. Denn für das Theologie-Studium hätte ich mich einfach nur immatrikulieren brauchen, bei der Bewerbung um die Banklehre habe ich mich aber gegen 300 Mitbewerber durchgesetzt. Und diese Chance musste ich dann einfach ergreifen!

Was hat Trier, was Bonn gern hätte?

Karl Marx und Oswald von Nell-Breuning. Letzterer war Theologe, Ökonom und Sozialethiker. Diese beiden Menschen haben sich in besonders herausragender Weise für die Sozialstruktur unserer Gesellschaft interessiert und eingesetzt.

Was hat Bonn, was Trier gut zu Gesicht stehen würde?

Bonn hat Beethoven! Als ausgesprochen Klassik-affiner Mensch höre ich ihn sehr gern!

Ihr Unternehmen betreibt und entwickelt auch Flugplätze. Welche Herausforderungen kommen da in Zeiten von „Fridays for Future“ auf Sie zu?

Unabhängig von „Fridays for Future“ haben wir in der Luftfahrtbranche die Herausforderung den Luftverkehr klimafreundlich beziehungsweise sogar klimaneutral zu gestalten. Auf unserem Flugplatz in Oberpfaffenhofen arbeiten wir mit Unternehmen zusammen, die CO2-neutrale Antriebe erforschen und entwickeln. Das Thema ist für uns eine absolute Notwendigkeit, mit der wir uns beschäftigen müssen – im Übrigen schon lange bevor es „Fridays for Future“ gab.

Wie lässt sich ehrenamtliches Engagement allgemein und in der IHK-Organisation fördern?

Ehrenamtliches Engagement findet sich ja im Sport, in verschiedenen Vereinen und eben auch in der IHK-Organisation. Dort wirken Menschen zusammen, die sich einem gemeinsamen Ziel verschrieben haben, die dieses Ziel gemeinsam entwickeln und daran arbeiten. Das funktioniert immer dann gut, wenn Menschen offen und freundschaftlich miteinander umgehen. Es muss Spaß machen! Wir praktizieren das in der IHK-Organisation auch so: Wir lernen uns kennen, tauschen Erfahrungen aus, begegnen uns auf Augenhöhe. Wenn man feststellt, dass die Chemie stimmt, macht es Freude, im Ehrenamt am gemeinsamen Ziel zu arbeiten!